Radweg Diano Marina – Andora: Der neue Abschnitt auf der ehemaligen Bahntrasse mit Meerblick (kompletter Leitfaden)




Abschnitt des Radwegs Diano Marina – Andora

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Radweg Diano Marina – Andora: Der neue Abschnitt auf der ehemaligen Bahntrasse mit Meerblick (kompletter Leitfaden)




Aprile 11, 2026

Inhaltsübersicht

Es gibt einen ganz bestimmten Moment, in dem eine Straße aufhört, nur eine Straße zu sein, und zur Erinnerung wird. Das geschieht, wenn man auf dem Radweg Diano Marina–Andora radelt, einer Strecke, die 144 Jahre lang das Gewicht der Züge, das Pfeifen der Lokomotiven und das metallische Klirren der Schienen gespürt hat.

Heute ist diese Strecke zu einem neuen, völlig ebenen Rad- und Fußweg am Meer geworden, der Diano Marina mit Andora verbindet und der ehemaligen Küstenbahnlinie folgt, die 2016 stillgelegt wurde. Eine einfache, landschaftlich reizvolle und für alle zugängliche Strecke im Herzen des Golfs von Diano.

Aber das ist noch nicht alles. Dieser Abschnitt steht nicht für sich allein: Er ist Teil eines umfassenderen Projekts, das nach und nach die gesamte Riviera di Ponente verbinden wird, sodass man von Imperia bis nach Andora verkehrsfrei Rad fahren kann.

Die Strecke zwischen Diano Marina und Andora ist etwa 10 km lang und führt durch Dörfer, an Landzungen und an Küstenabschnitten vorbei, die Autofahrern oft verborgen bleiben.

Was du gleich lesen wirst, ist nicht nur ein Reiseführer für den Radweg Diano Marina–Andora: Es ist eine detaillierte Beschreibung dieser Strecke, mit allem, was du vor der Abfahrt wissen musst.

Radweg Diano Marina–Andora: Wissenswertes in Kürze[ zurück zum Menü ]

Länge: ca. 10 km Strecke: von Diano Marina nach Andora Untergrund: asphaltiert und eben Höhenunterschied: fast null Schwierigkeitsgrad: leicht Geeignet für: Familien, Citybikes, E-Bikes, Spaziergänge Durchschnittliche Dauer:

  • mit dem Fahrrad: 40–60 Minuten
  • zu Fuß: 2–3 Stunden

Wichtige Punkte entlang der Strecke:

  • Capo Berta und Incompiuta
  • Diano Marina (Stadtzentrum und Bahnhof)
  • Borgo Paradiso
  • San Bartolomeo al Mare
  • Hirsch
  • Kap Mimosa
  • Marina von Andora

Links:

  • in Richtung Westen: Imperia und der Radweg der Riviera dei Fiori (im Bau)
  • in Richtung Osten: Laigueglia und Alassio

Direkter Zugang: Der Radweg verläuft etwa 650 Meter vom Agriturismo Le Girandole entfernt und ist sowohl vom Agriturismo als auch von den Ortschaften aus bequem ohne Auto zu erreichen.

Ciclabile Diano Marina

Wo befindet sich der Radweg zwischen Diano Marina und Andora?[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora verläuft entlang der ligurischen Westküste, auf dem Abschnitt zwischen dem Golf von Diano und der Grenze zu Andora, und folgt dabei genau dem Trassenverlauf der alten Küstenbahn, die 2016 stillgelegt wurde. Genau darin liegt seine Stärke: eine geradlinige, flache Strecke, die stets in Meeresnähe verläuft und einige der charakteristischsten Orte der Gegend durchquert.

Die Strecke verbindet Diano Marina, San Bartolomeo al Mare, Cervo und Andora direkt miteinander und bildet so einen durchgehenden Weg zwischen Dörfern, malerischen Ausblicken und Küstenabschnitten, die von der Hauptstraße aus oft nicht zu sehen sind. Es handelt sich um eine rund 10 km lange Strecke, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger bestimmt ist und keinen Autoverkehr zulässt – ideal sowohl für Radfahrer als auch für Wanderer.

Der Ausgangspunkt für diejenigen, die aus westlicher Richtung kommen, befindet sich am Capo Berta, wo der Radweg an das Projekt „Incompiuta“ anschließt (bzw. nahtlos anschließen wird) – den derzeit im Bau befindlichen Abschnitt, der Diano Marina mit Imperia verbinden wird. Dieser Abschnitt, der mit Mitteln aus dem PNRR finanziert wird und dessen Eröffnung für den 22. Juni 2026 vorgesehen ist, stellt einen strategischen Schritt dar, um eine durchgehende Verbindung entlang der gesamten Riviera zu schaffen.

Wenn du mehr über diesen Abschnitt erfahren möchtest, kannst du auch den Artikel über die „Incompiuta“ von Diano Marina lesen.

Übersicht über den Rad- und Fußgängerweg „Riviera dei Fiori“

Sobald die Verbindung fertiggestellt ist, wird es möglich sein, auf dem bereits bestehenden Rad- und Fußwegenetz der Riviera dei Fiori, das von Imperia bis nach Ospedaletti führt, weiter in Richtung Westen zu fahren. Hier findest du die bereits bestehenden Routen:

In östlicher Richtung führt der Weg hingegen bis nach Andora und vervollständigt damit eine durchgehende Strecke, die es erstmals ermöglicht, diesen Küstenabschnitt zu erkunden, ohne jemals die Straße mit Autos teilen zu müssen.

Mit anderen Worten: Der Radweg zwischen Diano Marina und Andora ist nicht nur eine lokale Strecke, sondern ein zentraler Knotenpunkt eines größeren Netzes, das nach seiner Fertigstellung einen Großteil der westlichen ligurischen Riviera auf nachhaltige und barrierefreie Weise verbinden wird.

Für Gäste, die in der Gegend übernachten, gibt es zudem einen nicht zu unterschätzenden praktischen Vorteil: Die Strecke verläuft nur wenige hundert Meter vom Agriturismo Le Girandole entfernt, insbesondere im Abschnitt zwischen Borgo Paradiso und der Via Saponiera. Eine ideale Lage, um direkt und ohne Auto auf den Radweg zu gelangen und bequem loszufahren. Für die Gäste der Anlage steht zudem ein kostenloser Fahrradverleih zur Verfügung, perfekt, um diesen Küstenabschnitt auf einfache und unmittelbare Weise zu erkunden. Entdecken Sie unsere Ferienwohnungen in Diano Marina.

Dall'Agriturismo Le Girandole alla ciclabile di Diano Marina

Wie lang ist die Strecke und wie sieht sie aus?[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora ist etwa 10 km lang und verläuft auf der Trasse der ehemaligen Küstenbahn. Das bedeutet, dass die Strecke vollkommen flach und geradlinig ist, ohne Steigungen oder anspruchsvolle Abschnitte.

Der Höhenunterschied ist praktisch gleich null, da die Eisenbahnstrecken im 19. Jahrhundert so angelegt wurden, dass Steigungen vermieden wurden. Dank dieser Eigenschaft ist der Radweg heute für jedermann zugänglich, auch für Ungeübte.

Der Schwierigkeitsgrad ist leicht. Er eignet sich für:

  • Familien mit Kindern
  • Gelegenheitsradfahrer
  • Spaziergänge
  • Citybikes und E-Bikes

Der Untergrund ist auf der gesamten Strecke asphaltiert und eben und für den Rad- und Fußgängerverkehr ausgelegt. Man fährt stets sicher, ohne direkten Autoverkehr, mit nur wenigen Kreuzungen des lokalen Straßennetzes.

Die Strecke verbindet Diano Marina mit Andora über San Bartolomeo al Mare und Cervo, stets in Meeresnähe und ohne größere Unterbrechungen. Die Wegführung ist klar: Es handelt sich um eine durchgehende Strecke, die der Küste folgt.

Die Fahrzeiten sind Richtwerte:

  • mit dem Fahrrad: ca. 40–60 Minuten
  • zu Fuß: 2–3 Stunden

Das ist die Art von Strecke, für die man keine Vorbereitung braucht: Man macht sich einfach auf den Weg und radelt, ganz unbeschwert.

Ein Abschnitt des Radwegs Diano Marina – Andora

Die Geschichte: Von der Eisenbahnstrecke von 1872 bis zum heutigen Radweg[ zurück zum Menü ]

Um den Radweg Diano Marina–Andora wirklich zu verstehen, muss man hier beginnen: bei der Eisenbahnstrecke, die über ein Jahrhundert lang genau diese Route befuhr.

Im Jahr 1872 wurde die Küstenbahnstrecke Genua–Ventimiglia auf diesem Abschnitt fertiggestellt. Ein Ereignis, das das Schicksal der Ortschaften am Golf von Diano grundlegend veränderte. Vor dem Zug war Diano Marina fast nur auf dem Seeweg oder über die kurvenreiche Via Aurelia erreichbar; Cervo, obwohl bereits faszinierend, blieb isoliert; San Bartolomeo und Andora waren lokale Orte, kaum vernetzt und fernab von den Touristenströmen.

Mit dem Bau der Eisenbahn änderte sich innerhalb weniger Jahre alles. Reisende aus Turin und Genua konnten nun problemlos an die Riviera gelangen, und es entstanden die ersten Unterkünfte, Villen mit Meerblick und Gärten. Der Tourismus nahm tatsächlich gerade dank dieser Bahnstrecke Gestalt an.

Die Bahnstrecke verlief nur wenige Meter vom Meer entfernt, eingezwängt zwischen der Küste und den Hügeln, mit einem kurvenreichen, aber stets gleichmäßigen Verlauf. Es handelte sich um eine eingleisige Strecke mit Bahnübergängen, kleinen Bahnhöfen und kurzen Tunneln in den anspruchsvolleren Abschnitten. 144 Jahre lang, bis November 2016, prägte diese Strecke den Alltag der durchquerten Ortschaften: Das Vorbeifahren der Züge war ein ständiger Bezugspunkt, fast wie eine gemeinsame Uhr.

Dann kam der Wandel. Mit der Inbetriebnahme der neuen, weiter im Landesinneren verlaufenden und schnelleren Bahnstrecke wurde die alte Küstenstrecke stillgelegt. Die Gleise wurden nach und nach aufgegeben, und eine Zeit lang blieb dieser Korridor zwischen Meer und Ortschaften in der Schwebe, ohne eine konkrete Funktion.

Genau hier entstand die Idee für den Radweg. Durch die Umnutzung des ehemaligen Bahngeländes konnte eine stillgelegte Infrastruktur in einen völlig neuen, barrierefreien und nachhaltigen Weg verwandelt werden. Heute folgt der Rad- und Fußweg genau dieser Trasse: gleiche Linie, gleiche Lage, aber mit einem anderen Rhythmus – langsam, ruhig und offen für Fußgänger und Radfahrer.

Hier Rad zu fahren bedeutet, gleichzeitig mehrere Epochen der Geschichte zu durchqueren: Unter den Rädern verläuft die alte Eisenbahnstrecke, und noch tiefer darunter liegen die Spuren der Via Julia Augusta, der römischen Straße, die diese Gebiete bereits vor über zweitausend Jahren verband.

Der Zugang zum Radweg in Diano Marina vom Agriturismo Le Girandole

Die gesamte Strecke: von Diano Marina nach Andora, Abschnitt für Abschnitt[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora verläuft entlang der ehemaligen Küstenbahnstrecke und führt an einigen der interessantesten Orte des Golfs von Diano vorbei. Es handelt sich um eine geradlinige Strecke, die jedoch alles andere als eintönig ist: Jeder Abschnitt hat seine eigenen Besonderheiten, darunter Dörfer, Landzungen und Ausblicke auf das Meer.

Um sich besser zurechtzufinden, gehen wir die Strecke Schritt für Schritt von West nach Ost durch, beginnend am Capo Berta bis nach Andora.

Abschnitt 1 – Capo Berta und die „Incompiuta“: der Ausgangspunkt[ zurück zum Menü ]

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Verlauf befassen, lohnt es sich, zu verstehen, wo wir ansetzen. Und in diesem Fall ist der Ausgangspunkt an sich schon eine Geschichte.

Capo Berta ist das Vorgebirge, das den Golf von Diano vom Gebiet von Imperia trennt: eine felsige Anhöhe, die fast senkrecht ins Meer abfällt und jahrhundertelang eines der bedeutendsten geografischen Hindernisse an diesem Küstenabschnitt darstellte. Vor dem Bau der Eisenbahn führte die Via Aurelia in einem gewundenen und beschwerlichen Verlauf um sie herum.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie im Jahr 1872 wurde das Vorgebirge durch einen Tunnel durchquert. Es war eines der ersten Bauvorhaben dieser Art entlang der Strecke, das dank der unermüdlichen Arbeit der Brückenbauer realisiert wurde – spezialisierte Bergleute, die sich mit Hämmern, Meißeln und Schwarzpulverminen nur wenige Zentimeter pro Tag durch den Kalkstein vorarbeiteten. Von diesen Arbeiten sind auch weniger sichtbare Geschichten erhalten geblieben: Unfälle, verletzte Arbeiter, Namen, die in den offiziellen Dokumenten nicht auftauchen, aber dennoch Teil des lokalen Gedächtnisses sind.

Heute stellt dieser Punkt auch die Verbindung zu einem neueren Projekt dar. Auf der Westseite, in Richtung Imperia, entsteht derzeit der Rad- und Fußgängerweg auf der „Incompiuta“, dem Abschnitt entlang der Küstenstraße zwischen Diano Marina und Imperia. Die Arbeiten haben im September 2024 begonnen, finanziert mit 1,3 Millionen Euro aus dem PNRR, und die Eröffnung ist für den 22. Juni 2026 vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Seite, in Richtung Diano Marina, beginnt hingegen der bereits begehbare Weg.

Der Tunnel von Capo Berta mit seinen Felswänden und seiner jahrhundertealten Dunkelheit stellt auch heute noch einen symbolischen Übergang dar: auf der einen Seite die Riviera di Ponente, die bereits durch ein durchgängiges Radwegenetz verbunden ist, auf der anderen Seite der Golf von Diano, der sich nach Osten hin öffnet.

Der Rad- und Fußgängerweg beginnt direkt am Eingang des ehemaligen, derzeit geschlossenen Capo-Berta-Tunnels. Für diesen Abschnitt gibt es zudem Pläne zum Bau einer Stadtbahn, die Diano Marina mit Imperia verbinden soll.

Abschnitt 2 – Stadtteil Sant’Anna in Diano Marina: der erste Abschnitt zwischen Meer und Olivenhainen[ zurück zum Menü ]

Wenn man den Bereich von Capo Berta in östlicher Richtung verlässt, führt der Radweg in das Viertel Sant’Anna, den westlichsten Teil von Diano Marina. Hier beginnt die Stadt erst richtig, und die Felsen weichen den ersten Häusern.

Sant’Anna hatte schon immer zwei Gesichter: Einerseits ist es eng mit dem maritimen Charakter von Diano Marina verbunden, andererseits blickt es auf das landwirtschaftlich geprägte Hinterland. Olivenhaine vermischen sich mit Wohnhäusern, und die Landschaft hat sich bis heute einen halb-ländlichen Charakter bewahrt, der sich deutlich von den stärker urbanisierten Bereichen des Zentrums unterscheidet.

Das Viertel hat seinen Namen von der Kirche Sant’Anna, die der Mutter der Jungfrau Maria geweiht ist. Ihr Festtag, der 26. Juli, ist nach wie vor eines der Ereignisse, die der örtlichen Gemeinde am meisten am Herzen liegen. Sant’Anna gilt traditionell als die Heilige der Mütter, Großmütter und werdenden Mütter: eine schlichte und tief empfundene Verehrung, die eher mit dem Alltag als mit großen offiziellen Zeremonien verbunden ist.

Für diejenigen, die den Radweg in den frühen Morgenstunden befahren, ist dies auch einer der eindrucksvollsten Abschnitte. Das Morgenlicht fällt aus östlicher Richtung, spiegelt sich auf dem Meer und taucht die Häuser in ein ganz besonderes, fast malerisches Licht. Es ist dasselbe Licht, das die Maler des 19. Jahrhunderts an der Riviera suchten.

In der Zeit der Eisenbahn bildete dieser Abschnitt die letzte Ebene vor dem felsigen Gebiet von Capo Berta. Die Züge aus Andora und Cervo verlangsamten hier ihre Fahrt, um in die Kurve vor dem Bahnhof von Diano Marina einzufahren. Wer auf der Meerseite reiste, hatte an dieser Stelle einen der letzten freien Ausblicke auf den Golf vor der Ankunft.

Der Radwegabschnitt in Diano Marina im Stadtteil Sant’Anna

Abschnitt 3 – Via Villebone: die Grenze zwischen Stadtzentrum und neuen Villenvierteln[ zurück zum Menü ]

Weiter in Richtung Osten führt der Radweg durch die Via Villebone, ein Viertel, das die städtebauliche Entwicklung von Diano Marina sehr gut widerspiegelt. Schon der Name hat eine ganz bestimmte Bedeutung: die „ville bone“, also die vornehmen Wohnhäuser, die zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, als sich die Stadt entlang der Eisenbahnstrecke auszudehnen begann.

Auf diesem Abschnitt war die Bahnstrecke nicht nur eine Verkehrsinfrastruktur, sondern eine regelrechte Stadtgrenze. Auf der einen Seite, in Richtung Meer, lag das historische Diano Marina: das Zentrum, die Strandpromenade, der Platz und die Fischerhäuser. Auf der anderen Seite, landeinwärts, befanden sich die Villen mit Gärten und die Neubauten, die mit der Entwicklung des Badetourismus verbunden waren. Die Eisenbahn trennte diese beiden Welten klar voneinander, und jeder Bahnübergang stellte einen Übergang zwischen verschiedenen Epochen und Lebensweisen dar.

Es gibt noch einen Aspekt, der zwar weniger sichtbar ist, aber in den Erinnerungen derer, die hier gelebt haben, sehr präsent ist: der Rhythmus der Züge. Es war kein ständiger, aufdringlicher Lärm, sondern eine regelmäßige Abfolge von Vorbeifahrten. Die Züge kamen an, durchquerten das Viertel und verschwanden dann wieder, sodass erneut Stille einkehrte.

Für die Einwohner war er zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Die Kinder wussten, dass der Zug um 8 Uhr die Zeit für den Schulweg markierte, während in den Häusern das Vorbeifahren des Zuges um 13 Uhr der richtige Moment war, um Wasser aufzusetzen. Ein gemeinsamer, einfacher Rhythmus, der den Tag ohne Uhren bestimmte.

Mit der Stilllegung der Bahnstrecke im November 2016 verstummte dieses Geräusch. Heute bringt der Radweg einen anderen Rhythmus mit sich: langsamer, leiser und eng verbunden mit den Menschen, die ihn nutzen. Eine deutliche Veränderung, die die Art und Weise, wie dieser Teil der Stadt erlebt wird, völlig verändert hat.

Der Radweg von Diano Marina auf Höhe der Via Villebone

Abschnitt 4 – Alter Bahnhof von Diano Marina: der Punkt, an dem sich die Reise verändert[ zurück zum Menü ]

Weiter in Richtung Osten erreicht der Radweg einen der symbolträchtigsten Orte der gesamten Strecke: den alten Bahnhof von Diano Marina, der 1872 eingeweiht wurde und 144 Jahre lang in Betrieb war.

Für diejenigen, die aus dem Norden kamen, war dies der erste echte Kontakt mit der Riviera. Aus dem Zug zu steigen bedeutete, sich auf einem kleinen Platz wiederzufinden, die salzige Luft des Golfs einzuatmen, die Palmen, die Blumen und jenes Licht zu sehen, das es in den Städten im Hinterland nicht gibt. Das war der Moment, in dem die Ferien wirklich begannen.

Heute sieht die Lage anders aus. Wenn man den Radweg von Diano nach Andora entlangfährt, markiert der Bahnhof den Übergang vom Stadtzentrum zum offeneren Teil der Strecke. Hier wird der Weg breiter, die Häuser werden spärlicher und das Meer rückt wieder in den Vordergrund.

Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt befand sich – und ist teilweise noch zu erkennen – die Villa Scarsella, eine der historischen Residenzen, die gerade dank der Eisenbahn entstanden sind. An der Riviera war es Ende des 19. Jahrhunderts üblich, Villen so nah wie möglich an den Bahnhöfen zu errichten, um den Eigentümern und Gästen die Anreise zu erleichtern. Die Villa Scarsella fügt sich in diesen Kontext ein: ein Wohnhaus, wahrscheinlich im eklektischen oder Jugendstil, mit Garten, Veranda und für die damalige Zeit typischen dekorativen Details.

Dieser Abschnitt vermittelt sehr anschaulich, wie die Eisenbahn Diano Marina zu einem Reiseziel gemacht hat, indem sie Reisende, Bauvorhaben und neue Gewohnheiten mit sich brachte. Wenn du mehr über die Geschichte und Entwicklung des Ortes erfahren möchtest, kannst du auch den Artikel lesen, der sich mit Diano Marina und dem Golf von Diano befasst.

Wer alte Fotos vom Bahnhof oder von der Villa Scarsella besitzt, bewahrt heute ein wertvolles Zeugnis dieser Entwicklung: ein Stück jener Riviera, die der Zug zugänglich gemacht hatte und die der Radweg in gewisser Weise wieder zum Leben erweckt.

Ciclabile Diano Marina ex stazione dei treni

Abschnitt 5 – Zentrum von Diano Marina: zwischen Eisenbahn und römischer Geschichte[ zurück zum Menü ]

Der Radweg führt dann durch das Zentrum von Diano Marina. Über ein Jahrhundert lang verlief die Eisenbahn genau hier, mitten durch die Stadt und nicht an ihrem Rand. Die Züge gehörten zum Alltag: Sie waren nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern eine ständige, vertraute Präsenz, fast wie ein Nachbar.

In diesem Abschnitt verbirgt sich einer der interessantesten und zugleich am wenigsten bekannten Aspekte der Route. Nicht weit vom heutigen städtischen Sportplatz entfernt wurden bei Ausgrabungsarbeiten Überreste entdeckt, die auf Bauwerke aus der Römerzeit zurückgeführt werden, wahrscheinlich eine Landvilla oder Siedlungen, die mit einer dauerhaften Besiedlung des Gebiets in Verbindung stehen.

Das ist kein Zufall. Diese flache Ebene am Fuße des Hügels von Diano, geschützt vor den Nordwinden, sonnig gelegen und in Meeresnähe, war bereits in der Römerzeit ein idealer Ort zum Leben und Bauen. Wir befinden uns hier auf dem Verlauf der Via Julia Augusta, der Straße, die Kaiser Augustus zwischen 13 und 12 v. Chr. als Küstenvariante der Via Aurelia anlegen ließ.

Im Zuge der Ausgrabungen wurden Fragmente von schwarzglasierter Keramik und versiegelter Keramik, Dachziegel aus Terrakotta wie Tegulae und Imbrices sowie Reste von bemaltem Putz und Spuren von Mauerwerk gefunden. Konkrete Zeugnisse einer Besiedlung, die mehr als zweitausend Jahre zurückreicht.

Hier href="https://www.agriturismolegirandole.com/blog/storia-golfo-dianese/lucus-bormani-diano-marina/" title=" " class="anchor"> Rad zu fahren bedeutet, gleichzeitig mehrere historische Ebenen zu durchqueren: Unter dem Asphalt des Radwegs liegen die Eisenbahntrasse und, noch tiefer, die römische Trasse. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du auch die Artikel über den Lucus Bormani und das Stadtmuseum von Diano Marina lesen.

Ciclabile Diano Marina centro città

Abschnitt 6 – Borgo Paradiso und Via Saponiera: zwischen Gärten, Olivenbäumen und lokaler Geschichte[ zurück zum Menü ]

Dies ist einer der charakteristischsten Abschnitte der Route, auch aufgrund seiner Lage: Er liegt etwa 650 Meter vom Agriturismo Le Girandole entfernt und ist ohne Auto besonders leicht zu erreichen.

Borgo Paradiso ist kein neuer oder künstlich erfundener Name. Er taucht bereits in den Katasterkarten der Gemeinde Diano Marina aus dem 19. Jahrhundert auf und spiegelt die Identität dieser Gegend gut wider. Das „Paradies“, auf das hier Bezug genommen wird, ist nichts Abstraktes, sondern ein realer Ort: ein mildes Klima, eine üppige Vegetation und ein besonderes Licht, das diejenigen beeindruckte, die aus dem Norden hierherkamen.

Ende des 19. Jahrhunderts bot sich den ersten bürgerlichen Urlaubern, die aus dem Zug aus Genua oder Turin stiegen, eine Landschaft, die sich völlig von derjenigen ihres Ausgangsortes unterschied. Gärten, Palmen, Orangenhaine und Villen inmitten von Grün: Eine Verwandlung, die gerade durch die Eisenbahn ermöglicht wurde, die nicht nur Güter und Fischer beförderte, sondern auch neue Lebens- und Wohnformen mit sich brachte.

Der Abschnitt des Rad- und Fußgängerwegs in Diano Marina von der Via Saponiera

Die Via Saponiera, etwas weiter vorne, erzählt hingegen eine andere Geschichte, die mit der lokalen Wirtschaft verbunden ist. In Ligurien war die Olivenölproduktion oft mit der Seifenherstellung verknüpft: Öle minderer Qualität und die Rückstände aus der Verarbeitung wurden in handwerklichen Seifenmanufakturen verwendet.

Der Name der Straße deutet höchstwahrscheinlich darauf hin, dass es in der Vergangenheit genau in diesem Gebiet eine solche Manufaktur gab. Dabei handelte es sich keineswegs um Randerscheinungen: Die aus ligurischem Öl hergestellte Seife, deren Herstellung der des Savon de Marseille ähnelte, war ein weit verbreitetes und gefragtes Produkt, das auch für die Märkte in Genua und an der Côte d’Azur bestimmt war.

Auf diesem Abschnitt des Radwegs konzentrierte sich somit eine regelrechte Produktionskette: die Olivenbäume auf den Terrassen, die Ölmühlen zur Ölgewinnung, die Seifenfabriken, die die Abfälle verarbeiteten, und die Eisenbahn, die alles mit den wichtigsten Handelszentren verband.

Heute ist es weniger sichtbar, aber man spürt noch etwas davon. Wenn man hier Rad fährt, vor allem an heißen Tagen, kann es vorkommen, dass man einen schwer zu beschreibenden Duft in der Luft wahrnimmt: leicht ölig, mit einer blumigen Note. Es ist eines dieser Details, die dabei helfen, die Landschaft auf eine andere Art und Weise zu betrachten.

Ciclabile Diano Marina Vecchia Stazione Via Saponiera

Abschnitt 7 – Madonna della Rovere: die historische Wallfahrtskirche am Golf von Diano[ zurück zum Menü ]

Wenn es einen Punkt entlang des Radwegs Diano Marina–Andora gibt, an dem sich die Geschichte wirklich verdichtet, dann ist es dieser: der Hügel Madonna della Rovere, einer der bedeutendsten und symbolträchtigsten Orte des gesamten Golfs von Diano.

Die Wallfahrtskirche, die sich auf dem Gebiet von San Bartolomeo al Mare befindet, ist die älteste und am meisten verehrte der Region. Die alte Eisenbahnstrecke verlief direkt daran vorbei, ohne jemals die Verbindung zur Umgebung zu unterbrechen, und begleitete sie über ein Jahrhundert lang.

Die ersten dokumentierten Zeugnisse einer der Jungfrau Maria geweihten Kapelle stammen aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, doch die mündliche Überlieferung lässt auf noch ältere Ursprünge schließen. Der Legende nach wurde ein Heilbild der Madonna am Fuße einer Eiche gefunden, jener Eiche, die dem Heiligtum seinen Namen gab.

Abschnitt des Radwegs von San Bartolomeo al Mare nach Madonna della Rovere

Die Wahl dieses Baumes ist kein Zufall. In der ligurischen Tradition gilt die Eiche als Symbol für Stärke und Widerstandskraft: ein robuster Baum, der die Zeit überdauert und selbst den schwierigsten Bedingungen standhält. An einer Küste, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert jahrhundertelang den Überfällen der barbaresken Piraten ausgesetzt war, stellte das Bild einer Madonna in Verbindung mit einer Eiche einen konkreten Schutz für die lokalen Gemeinschaften dar.

Die Seeleute, die zum Fischen oder für Korallenexpeditionen nach Sardinien aufbrachen, stiegen hierher hinauf, um Schutz zu erbitten. Bei ihrer Rückkehr hinterließen sie ein Zeichen ihres Besuchs. Im Inneren der Wallfahrtskirche erzählen die Wände diese Geschichte besser als jedes Dokument: Sie sind mit Votivgaben bedeckt, darunter bemalte Tafeln, Fotografien und Votivgegenstände aus mehreren Jahrhunderten. Man findet Darstellungen von Booten im Sturm, über denen die Madonna in den Wolken erscheint, Bilder von Soldaten, die lebend aus dem Krieg zurückgekehrt sind, und – ein besonders bezeichnendes Detail – auch Darstellungen von Unfällen, die sich an den Bahnübergängen der alten Eisenbahn ereignet haben, begleitet von der Aufschrift „Gnade empfangen“.

Die Verbindung zwischen dem Heiligtum und der Eisenbahn wird auch durch eine konkrete Begebenheit deutlich. Als die Trasse 1872 geplant wurde, mussten die Ingenieure die jährliche Prozession der Madonna della Rovere berücksichtigen, die jeden September genau an dieser Stelle vorbeiführte. Die Lösung bestand darin, einen Bahnübergang zu errichten, der so angelegt war, dass die Gläubigen ihn passieren konnten.

Seit über 140 Jahren folgt die Prozession derselben Route und überquert dabei die Gleise. Heute befindet sich anstelle der Eisenbahnstrecke ein Radweg: Die Route ist geblieben, jedoch ohne Barrieren und ohne Wartezeiten. Auch dies ist eine Art und Weise, wie sich die neue Trasse in die Geschichte der Region einfügt, ohne sie zu unterbrechen.

Ciclabile Diano Marina Via Rovere Via Saponiera

Abschnitt 8 – San Bartolomeo al Mare: die modernen Kirchen und die Entwicklung entlang der Bahnstrecke[ zurück zum Menü ]

Weiter in Richtung Osten führt der Radweg in das Gebiet von San Bartolomeo al Mare und durchquert den Teil, der aus städtebaulicher Sicht als der jüngste angesehen werden kann. Hier hat sich die Landschaft im Laufe des 20. Jahrhunderts am deutlichsten verändert und sich von einem landwirtschaftlichen Gebiet zu einem städtischen Gebiet gewandelt, das mit dem Badetourismus verbunden ist.

Auf diesem Abschnitt verläuft der Radweg in der Nähe von zwei Kirchen, die im letzten Jahrhundert erbaut wurden und sich in Stil und Lage deutlich von der mittelalterlichen Pfarrkirche in der Altstadt unterscheiden. Ihre Lage ist kein Zufall: Sie liegen an der ehemaligen Bahntrasse und dienten genau den neuen Stadtvierteln, die zwischen der Bahnlinie und der Via Aurelia entstanden waren.

Zwischen den 1930er und 1960er Jahren entstanden in diesem Gebiet nach und nach Ferienhäuser, Beherbergungsbetriebe und dauerhafte Wohnhäuser, wodurch neue Gemeinschaften entstanden. Die Kirchen wurden so nicht nur zu religiösen, sondern auch zu sozialen Anlaufstellen für Anwohner und Urlauber.

Die Eisenbahn spielte auch im Alltag eine zentrale Rolle. Auf diesem Abschnitt gab es zwei Bahnübergänge, die sich auch auf alten Karten leicht ausmachen lassen. Jahrelang stellten sie eine Unterbrechung und zugleich einen Rhythmus dar: die sich senkenden Schranken, das akustische Signal, der Zug, der nur wenige Meter von den Häusern entfernt durch den Ort fuhr, und dann wieder der Alltag. Ganze Generationen sind mit diesem Zeitrhythmus aufgewachsen.

Ciclabile San Bartolomeo al Mare fino al confine con Diano

Abschnitt 9 – Bahnhof Cervo–San Bartolomeo: ein Bahnhof, den sich zwei Ortschaften teilen[ zurück zum Menü ]

Wenn man dem Radweg weiter folgt, stößt man auf eine der historisch interessantesten Sehenswürdigkeiten: den alten Bahnhof von Cervo–San Bartolomeo, der seit 1872 in Betrieb ist.

Anders als man vielleicht annehmen könnte, verfügte San Bartolomeo al Mare nicht über einen eigenen Bahnhof. Die beiden Orte, Cervo und San Bartolomeo, teilten sich eine einzige Infrastruktur, die sich im Küstengebiet zwischen den beiden Ortschaften befand. Eine für die Eisenbahnen des 19. Jahrhunderts typische Entscheidung, die darauf abzielte, Kosten und Entfernungen zu optimieren.

Aus technischer Sicht war es eine logische Lösung, doch in der Praxis kam es nicht selten zu kleinen lokalen Rivalitäten. Die Lage des Bahnhofs, der Name, die Entfernung zum Ortszentrum: Jedes Detail konnte zum Anlass für Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gemeinden werden. Ein Aspekt, der den Charakter dieser Gebiete gut widerspiegelt.

Das Gebäude ist noch heute zu sehen und stellt eines der greifbarsten Zeugnisse der Eisenbahnvergangenheit dieser Küste dar. Wenn man an diesem Gebäude vorbeifährt und seine Geschichte kennt, verändert sich die Wahrnehmung der Strecke völlig.

Wenn du mehr über den historischen und kulturellen Hintergrund der Region erfahren möchtest, kannst du auch den Artikel über Cervo lesen, eines der schönsten Dörfer Italiens.

Der Radweg auf Höhe des Bahnhofs San Bartolomeo-Cervo

Abschnitt 10 – Il Porteghetto: der alte Anlegeplatz der Fischer von Cervo[ zurück zum Menü ]

Nachdem man den Bahnhof Cervo–San Bartolomeo in östlicher Richtung passiert hat, führt der Radweg in ein wenig bekanntes, aber geschichtsträchtiges Gebiet: das Porteghetto. Der Name stammt aus dem ligurischen Dialekt – „u purteghetu“ – und bedeutet „kleiner Hafen“. Es handelt sich tatsächlich um eine kleine natürliche Bucht am Fuße des Dorfes Cervo, die seit Jahrhunderten von den örtlichen Fischern als Anlegeplatz genutzt wird.

Vor dem Bau der modernen Häfen war dies einer der wichtigsten Orte für die maritime Wirtschaft der Region. Hier wurden die Boote auf das Trockene gezogen, repariert und für die nächste Saison vorbereitet. Insbesondere die Coralline – die traditionellen Boote, die für den Korallenfang verwendet wurden – wurden im Winter instand gesetzt und im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen, wenn die Fahrten nach Sardinien und an die Küsten Nordafrikas wieder aufgenommen wurden.

Der Radweg in San Bartolomeo al Mare, im Stadtteil Porteghetto

Das Porteghetto war auch ein Ort des Handels. In historischen Dokumenten wird es bereits seit dem 17. Jahrhundert als Marktplatz erwähnt: Hier wurde frisch gefangener Fisch verkauft, Waren aus dem Meer trafen ein und die Familien warteten auf die Rückkehr der Boote.

Mit der Ankunft der Eisenbahn im Jahr 1872 änderte sich dieses Gleichgewicht. Die Strecke verlief sehr nahe an der Küste entlang und trennte den Hafen physisch vom Hinterland. Der Bahnübergang in diesem Bereich wurde zu einem der meistfrequentierten: Fischer, Fuhrleute und Einheimische waren gezwungen, auf das Vorbeifahren der Züge zu warten, bevor sie die Gleise überqueren konnten.

Heute ist der Porteghetto ein kleiner Strand, der vor allem von den Einheimischen frequentiert wird und abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegt. Mit der Fertigstellung des Radwegs wird er zwar leichter erreichbar sein, bleibt aber dennoch einer jener Orte, die man nur entdeckt, wenn man die Gegend in aller Ruhe erkundet.

Pista ciclabile Porteghetto Cervo

Abschnitt 11 – Capo Cervo: das Vorgebirge zwischen Felsen und Meer[ zurück zum Menü ]

Hinter dem Porteghetto führt der Radweg hinauf zum Capo Cervo, dem Vorgebirge, das die östliche Grenze des Gebiets von Cervo markiert. Es ist einer der landschaftlich reizvollsten Abschnitte der Strecke: ein Kalksteinfelsvorsprung, der ins Meer ragt, dem Wind ausgesetzt ist und einen völlig freien Blick auf die Landschaft bietet.

Darüber erhebt sich deutlich das Profil von Cervo Alto, dessen mittelalterlicher Ortskern und barocke Kirche die Küste überragen. Auch von unten betrachtet wirkt der Ort beeindruckend, fast als schwebe er zwischen Himmel und Meer.

Für die Ingenieure, die 1872 die Eisenbahnstrecke planten, stellte dieser Abschnitt eine der größten Herausforderungen dar. Die Küste ist hier steil und uneben, an manchen Stellen fällt der Fels fast senkrecht ins Meer ab. Um das Vorgebirge zu überwinden, ohne zu steile Steigungen zu verursachen, mussten in den Fels gehauene Einschnitte mit aufgeschütteten Abschnitten kombiniert werden.

Die Arbeiten wurden vollständig von Hand ausgeführt, unter Verwendung einfacher Werkzeuge wie Spitzhacken, Vorschlaghämmer und Schwarzpulversprengstoff. Viele der an diesen Bauarbeiten beteiligten Arbeiter stammten aus dem Piemont und der Lombardei und waren herbeigerufen worden, um an einer der bedeutendsten Infrastrukturen jener Zeit mitzuarbeiten.

Wenn man diese Strecke heute mit dem Fahrrad zurücklegt, verändert sich die Landschaft deutlich. Blickt man nach Osten, öffnet sich die Küste, und an klaren Tagen, wenn der Tramontana die Luft reinigt, kann man sogar die Silhouette von Capo Noli in Richtung Savona erkennen.

Ciclabile zona Capo Cervo

Abschnitt 12 – Capo Mimosa: das Vorgebirge zwischen Cervo und Andora[ zurück zum Menü ]

Hinter Capo Cervo gelangt man auf einen der spektakulärsten Abschnitte des gesamten Radwegs: Capo Mimosa, das lange Vorgebirge, das den Übergang nach Andora markiert. In einigen lokalen Varianten wird es auch als „Capo Mimosa–Rollo“ bezeichnet, wobei „rollo“ im ligurischen Dialekt einen felsigen Bergrücken bezeichnet, der zum Meer hin abfällt.

Der Name ist eng mit dem Vorkommen der Mimose (Acacia dealbata) verbunden, die im Laufe der Zeit zu einem der bekanntesten Symbole der Riviera di Ponente geworden ist. Zwischen Januar und Februar färben sich die Hänge des Vorgebirges in ein intensives Gelb und bieten ein Schauspiel, das sogar vom Meer aus zu sehen ist.

Die Mimose ist jedoch keine einheimische Pflanze dieser Gegend. Sie wurde im 19. Jahrhundert eingeführt, wahrscheinlich von Botanikern und Gärtnern, die mit den ersten Urlaubern in Verbindung standen, die dank der Eisenbahn an die Riviera kamen. Sie passte sich schnell an das lokale Klima an und verbreitete sich flächendeckend an den sonnenexponierten Hängen.

Der Radweg Diano Marina–Andora auf Höhe von Capo Mimosa

Auch in diesem Fall spielte die Eisenbahn eine entscheidende Rolle. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts transportierten Züge große Mengen an Mimosen nach Genua und Turin und trugen so zur Entstehung eines regelrechten Blumenhandels bei.

Aus technischer Sicht stellte Capo Mimosa einen der anspruchsvollsten Abschnitte der Eisenbahnstrecke dar. Das Vorgebirge weist steile und felsige Hänge auf, was die Ingenieure jener Zeit dazu zwang, in den Fels gehauene Einschnitte, Aufschüttungen und kurze Tunnel miteinander zu kombinieren, um die Trasse nahe an der Küste zu halten. Die Arbeiten waren anspruchsvoll und wurden vollständig von Hand ausgeführt. Sie wurden Teams von Saisonarbeitern anvertraut, die vor allem in den günstigeren Monaten tätig waren, wenn die Wetterbedingungen Arbeiten entlang der Klippen zuließen.

Heute ist dieser Abschnitt bei den Radfahrern besonders beliebt. Auf der einen Seite erstreckt sich das Meer, auf der anderen Seite erheben sich die Hügel ins Landesinnere. Vor einem taucht nach und nach die Silhouette von Marina di Andora mit ihrem Hafen auf.

Ciclabile panoramica Capo Mimosa

Abschnitt 13 – Marina di Andora: vom Fischerdorf zur Stadt am Meer[ zurück zum Menü ]

Wenn man von Capo Mimosa aus in Richtung Osten hinunterfährt, führt der Radweg in das Gebiet von Andora und erreicht dessen Küstenabschnitt: Marina di Andora.

Vor dem Bau der Eisenbahn war dieses Gebiet kaum mehr als ein Fischerdorf, das sich um die Bastion herum angesiedelt hatte – eine Verteidigungsanlage, die errichtet worden war, um die Gemeinde vor Angriffen vom Meer aus zu schützen. Über Jahrhunderte hinweg, vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, war die gesamte ligurische Küste Überfällen durch barbareske Piraten ausgesetzt, und die Bastion stellte einen strategischen Punkt für die Kontrolle und Verteidigung des Hafens dar.

Mit der Ankunft der Eisenbahn im Jahr 1872 setzte auch hier ein Wandlungsprozess ein, der dem in Diano Marina und San Bartolomeo al Mare ähnelte. Die Eisenbahnverbindung machte das Gebiet leicht erreichbar und begünstigte die Entstehung der ersten Beherbergungsbetriebe: Pensionen, Hotels und Villen, die die touristische Entwicklung der Marina begleiteten.

Die Strandpromenade von Andora, wie wir sie heute kennen – mit dem Yachthafen, den ausgestatteten Stränden und den direkt am Meer gelegenen Einrichtungen – ist das direkte Ergebnis dieses Wandels, der vor über einem Jahrhundert begann.

Der Hafen verdient eine besondere Erwähnung. Das Gebiet, auf dem heute der moderne Yachthafen liegt, wurde bereits im Mittelalter als Anlegeplatz genutzt. Während der Herrschaft der Markgrafen von Clavesana zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert war dieser Ort ein wichtiger Handelsknotenpunkt für lokale Erzeugnisse, die in Richtung des westlichen Mittelmeers transportiert wurden.

Diese Tradition ist nie ganz verschwunden. Noch heute sieht man neben den Freizeitbooten die Fischerboote, die bei Tagesanbruch auslaufen und mit dem Fang des Tages zurückkehren.

Der Radweg von Andora

Abschnitt 14 – Bahnhof Andora: Endstation des Radwegs[ zurück zum Menü ]

Die Route endet im Bereich des alten Bahnhofs von Andora, der 1872 eröffnet wurde und bis November 2016 in Betrieb war.

Andora war schon immer ein Ort mit zwei Gesichtern: Andora Castello, der mittelalterliche Kern, der sich im Hinterland auf einem Hügel erhebt, und Marina di Andora, das sich vor allem im Laufe des 20. Jahrhunderts entlang der Küste entwickelt hat. Die Eisenbahnlinie verlief, wie zu erwarten, entlang der Küste und bediente hauptsächlich den Küstenabschnitt.

Der Bahnhof befand sich direkt im Hafenviertel und war nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die lokale Wirtschaft ein wichtiger Knotenpunkt. Andora stellte nämlich eine Verbindungsstelle zwischen der Küste und den Tälern im Hinterland von Savona dar, aus denen Produkte wie Öl, Wein, Holz und Heilkräuter für die größeren Märkte geliefert wurden.

Das Gebäude entsprach dem typischen Stil der Bahnhöfe jener Zeit: ein zweistöckiger Bau aus lokalem Stein, mit den Bahnanlagen im Erdgeschoss und der Wohnung des Bahnhofsvorstehers im Obergeschoss. Was diesen Ort jedoch so besonders machte, war die Art von Menschen, die ihn frequentierten.

Auf der einen Seite die Touristen, vor allem im Sommer, mit ihren Koffern und geplanten Aufenthalten an der Küste. Auf der anderen Seite die Produzenten und Händler aus dem Hinterland, die den Zug nutzten, um Waren zu transportieren und die Märkte zu erreichen. Zwei unterschiedliche Welten, die sich im selben Raum trafen und die gleichen Wartezeiten teilten.

Im Laufe der Jahre war Andora auch einer der Orte, die von der schrittweisen Modernisierung der ligurischen Eisenbahnlinie betroffen waren. Der Übergang von der alten Küstenstrecke zur weiter im Landesinneren verlaufenden Trasse erfolgte schrittweise, was für eine gewisse Zeit zu einer Übergangsphase führte, an die sich viele Einwohner noch heute erinnern. Heute ist das Bahnhofsgebäude eines der deutlichsten Zeugnisse dieser Vergangenheit.

Von hier aus führt der Radweg für diejenigen, die weiterfahren möchten, nach Osten in Richtung Laigueglia und Alassio. Die Strecke zwischen Diano Marina und Andora endet hier, doch die ligurische Küste erstreckt sich ununterbrochen weiter und bietet neue Abschnitte, die es zu erkunden gilt.

Ciclabile della Riviera dei Fiori Cervo Andora

Verbindungen: von Imperia nach Andora ohne Auto[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora ist kein isolierter Abschnitt, sondern ein zentraler Teil eines umfassenderen Projekts, das darauf abzielt, einen Großteil der Riviera di Ponente autofrei zu verbinden.

In Richtung Westen ist die Verbindung nach Imperia bereits teilweise fertiggestellt und befindet sich teilweise in der Endphase. Der entscheidende Knotenpunkt ist der Abschnitt der „Incompiuta“ zwischen Diano Marina und Imperia, der derzeit entlang der Küstenstraße gebaut wird. Nach seiner Fertigstellung (geplante Eröffnung am 22. Juni 2026) wird es möglich sein, ununterbrochen zwischen den beiden Städten Rad zu fahren.

Von Imperia aus führt der Radweg bereits heute entlang der Riviera dei Fiori durch Orte wie San Lorenzo al Mare, Santo Stefano al Mare, Riva Ligure, Arma di Taggia und Bussana Mare bis nach Ospedaletti. Es handelt sich um einen der bekanntesten Rad- und Fußgängerwege Liguriens, der vollständig vom Verkehr getrennt ist und direkt am Meer verläuft.

Wenn du dich näher mit diesen Themen befassen möchtest, kannst du folgende Quellen konsultieren:

Nach Osten hin verläuft die Verbindung hingegen von Andora aus in Richtung Laigueglia und Alassio, folgt dabei der Küste und schließt an andere bereits bestehende oder im Bau befindliche Abschnitte an.

Das Endergebnis wird, sobald alle Abschnitte fertiggestellt sind, ein durchgehender Rad- und Fußweg sein, der sich über einen Großteil der westlichen ligurischen Küste erstreckt. Eine Strecke, die nicht nur für den Tourismus, sondern auch für den täglichen Verkehr konzipiert ist und es ermöglicht, sich zwischen verschiedenen Gemeinden ohne Verkehr, ohne Parkplatzsuche und ohne Unterbrechungen fortzubewegen.

Das ist der wahre Wert des Radwegs Diano Marina–Andora: Er ist nicht nur eine schöne Strecke, sondern ein konkreter Baustein eines größeren Netzwerks.

Der Rad- und Fußgängerweg „Riviera dei Fiori“ von Capo Mimosa

Für wen ist der Radweg Diano Marina–Andora geeignet?[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora ist eine äußerst vielseitige Strecke, die sich gerade wegen ihrer Einfachheit für verschiedene Nutzergruppen eignet: flache Strecke, ebener Untergrund und keine direkte Verkehrszufahrt.

Familien mit Kindern[ zurück zum Menü ]

Es ist eine der am besten geeigneten Routen für Familien. Da es keine Steigungen gibt, der Weg asphaltiert ist und er vom Autoverkehr getrennt ist, kann man auch mit kleinen Kindern sicher Rad fahren.

Geeignet für:

  • Fahrrad mit Kindersitz
  • Kinderwagen
  • Die ersten Runden auf eigene Faust für die Kleinsten

Zudem ermöglichen die Ortschaften entlang der Strecke häufige Zwischenstopps ohne Probleme.

Rennräder und besser trainierte Radfahrer[ zurück zum Menü ]

Für Rennradfahrer ist die Strecke ideal als:

  • Erfrischender Ausflug
  • Aufwärm- oder Abkühlphase
  • Panorama-Abschnitt, der in längere Touren eingebaut werden kann

Eines muss jedoch klar gesagt werden: Es handelt sich weder um eine technisch anspruchsvolle noch um eine aus Höhenschicht-Sicht anspruchsvolle Strecke. Wer Höhenunterschiede oder eine anspruchsvolle Strecke sucht, muss ins Hinterland ausweichen.

Spaziergänge[ zurück zum Menü ]

Der Radweg wird auch von vielen genutzt, die lieber zu Fuß unterwegs sind. Dank des ebenen Untergrunds und der überschaubaren Länge lässt er sich problemlos bewältigen, auch in Etappen.

Ideal für:

  • Spaziergänge mit Meerblick
  • gemütliche Spaziergänge ohne Höhenunterschied
  • Strecken, die auch für Ungeübte geeignet sind

E-Bikes und sanfte Mobilität[ zurück zum Menü ]

E-Bikes finden hier ideale Bedingungen vor. Die Strecke verläuft gerade und durchgehend und verbindet verschiedene Ortschaften miteinander, wodurch sie sich nicht nur für die Freizeit, sondern auch für praktische Fortbewegung eignet.

Der Rad- und Fußgängerweg „Riviera dei Fiori“ auf dem Abschnitt bei Cervo

Praktische Tipps für eine optimale Nutzung des Radwegs[ zurück zum Menü ]

Der Radweg Diano Marina–Andora ist leicht zu bewältigen, doch es gibt einige Tipps, die den Unterschied ausmachen und das Erlebnis angenehmer gestalten können.

Wähle den richtigen Zeitpunkt[ zurück zum Menü ]

Die Strecke ist sehr sonnig, vor allem auf den Abschnitten zwischen Cervo und Andora.

  • Früh am Morgen: besseres Licht und niedrigere Temperaturen
  • Später Nachmittag: ideal im Sommer
  • Mittagsstunden (Juli–August): große Hitze und hoher Andrang

In den Wintermonaten hingegen eignet sie sich auch hervorragend für die Mittagszeit.

Vorsicht bei gemeinsamen Punkten[ zurück zum Menü ]

Auch wenn der Radweg vom Straßenverkehr getrennt ist, gilt für einige Abschnitte:

  • Es gibt Straßenübergänge
  • Fußgänger kreuzen sich
  • Es kann Zugänge zu Stränden oder Wohnhäusern geben

Es ist ratsam, stets eine moderate Geschwindigkeit einzuhalten, insbesondere in Ortschaften.

Zwischenstopps entlang der Strecke[ zurück zum Menü ]

Einer der Vorteile dieser Route ist, dass man oft anhalten kann. Du kannst die Strecke in Etappen aufteilen:

  • ein Zwischenstopp in Diano Marina
  • eine in Cervo
  • eine in Andora

Dadurch eignet sich die Strecke auch für diejenigen, die sie nicht auf einmal bewältigen möchten.

Wasser und Sonnenschutz[ zurück zum Menü ]

Es mag banal klingen, aber wir empfehlen Folgendes:

  • Nimm immer Wasser mit, vor allem im Sommer
  • Sonnencreme auftragen
  • zu berücksichtigen, dass der Schatten an verschiedenen Stellen begrenzt ist

Empfohlener Fahrradtyp[ zurück zum Menü ]

Dank des asphaltierten Untergrunds kann man praktisch jedes Fahrrad benutzen:

  • Citybike
  • E-Bike
  • Schotter
  • Rennrad

Es sind keine technischen Hilfsmittel oder spezielle Ausrüstung erforderlich.

Parkplätze und Zufahrten[ zurück zum Menü ]

Wenn du nicht direkt von Diano Marina oder Andora aus startest:

  • Du kannst dein Auto auf den Parkplätzen in den Ortschaften abstellen
  • einfacher Zugang zum Radweg von mehreren Stellen entlang der Strecke

So kannst du auch nur bestimmte Abschnitte zurücklegen, ohne die gesamte Strecke fahren zu müssen.

Unser Tipp[ zurück zum Menü ]

Betrachte es nicht einfach als eine Fahrt von A nach B. Es ist zwar eine gerade Strecke, aber voller Details: Dörfer, Ausblicke, Geschichte. Nimm dir die Zeit, anzuhalten. Genau dort verändert sich das Erlebnis wirklich.

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